Leser-Bewertungen:

Helmut Wichlatz schreibt:

 

Warum halte ich manchmal etwas für das Beste, obwohl es mir damit gar nicht gut ergeht?

Dörte Thieme hat mir mit ihrem Buch die Augen geöffnet, weil sie sehr anschaulich beschreibt, wie wir schon als Kind durch emotionale Erpressung darauf programmiert wurden, unsere Eltern zufriedenzustellen, auch wenn es uns dabei schlecht ging. Heute bedienen wir die Erwartungen unserer Partner, Freunde und Angehörigen, weil wir gelernt haben, dass es so für uns das Beste ist. Die Autorin erzählt interessante Fallgeschichten, mit denen sie dem Leser klarmacht, worum es ihr geht. Ich hatte bisher noch nie über den Spruch "Eltern wollen immer nur das Beste" nachgedacht. Beim Lesen ist es mir dann klar geworden: es ist wirklich ein Totschlagargument, das alles zum Tabu macht, was die Eltern einmal getan haben, um ein artiges, fleißiges, folgsames, erfolgreiches Kind zu haben. Ich rechne es der Autorin dabei hoch an, dass sie die Eltern nicht einfach aburteilt, sondern ihre Leser nur auffordert, mit der blinden Idealisierung aufzuhören: Schließlich sind Eltern auch nur ganz normale Menschen, die genauso Fehler machen wie alle anderen. Und weil das so ist, dürfen wir ihnen nachträglich ruhig noch einmal - ohne schlechtes Gewissen - genauer auf die Finger schauen. Das ist die Chance, die dieses Buch seinen Lesern gibt, denn nur so wird emotionale Erpressung und die eigene Rolle darin wirklich verständlich.


eBooksThomas schreibt:

 

Finessen emotionaler Erpressung

Altes Thema, dachte ich, als mir ein Freund das Buch empfahl, hatten wir doch schon. Doch dann war ich von der klaren Sprache der Autorin fasziniert, die den Lesern augenblicklich das Erinnern ermöglicht. Ja, genau so war das damals und Dörte Thieme erlaubt mir ausdrücklich, wütend auf meine Eltern zu sein. Trau keinem, der dein Bestes will, starker Tobak!

Die Finessen emotionaler Erpressung werden von Frau Thieme seziert, als sei das ganz einfach. Und die vielen Beispiele haben mich alle irgendwie an etwas erinnert;-) Auch die Erpresser, die Gefangene ihrer eigenen Hilflosigkeit sind, finde ich überzeugend.

Während meiner Lektüre: wilde Wut darüber, wann überall wer versucht(e), emotional zu erpressen, Wut auch über die willigen Opfer. Aber ich telefoniere wieder mit meinen Eltern und "schalte einen Gang zurück", wenn ich es mal wieder "gut mit meinem Sohn meine". Danke, Frau Thieme, Ihr Buch hilft!

 


--- schreibt:

 

Das Leben selbst in die Hand nehmen

Dies ist ein Buch, das ich jedem uneingeschränkt mit 5 Sternen empfehle und das kommt bei mir wirklich nicht oft vor. Ich gebe zu, ich bin in diesen Thematiken nicht ganz unbeleckt und viele dieser Mechanismen sind mir nicht unbekannt. Doch die einfache Sprache und die lebensnahen Fallbeispiele anhand derer hier jede Problematik ausführlich beleuchtet wird, machen deutlich: Dieses Buch möchte von jedem verstanden werden und sich nicht einfach nur mit psychologischen Federn schmücken. Es ist nicht trocken, sondern bringt durch einfühlsame, verständnisvolle Worte nahe, was das Hauptprojekt eines jeden Erwachsenen sein sollte: sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Fernab aller moralischen Keulen jeder Richtung.

 

Dazu gehört auch stets, das Bild der eigenen Eltern von seinem Götterstatus zu befreien und kein Tabu aufkommen zu lassen, wenn es um die Fehler geht, von denen nun einmal das menschliche Wesen nicht frei ist. Daß es mit einfachen Schuldzuweisungen gegen die elterlichen Verfehlungen in der Erziehung jedoch nicht getan ist, gehört zu dieser Erkenntnis dazu. Erwachsen zu sein bedeutet, sein Leben vollständig in die eigene Hand zu nehmen, also die Verantwortung für sein Handeln in Gänze selbst zu übernehmen, sich selbst und die eigenen Handlungen zu reflektieren und sich von alten eingeschliffenen Mustern zu lösen. Dann erst können wir vom Status eines Volljährigen wirklich in den eines Erwachsenen eintreten.

 

Die Autorin möchte einen Prozeß anstoßen, bei dem es mit dem Lesen dieses Buches nicht getan ist, sondern der nach dieser Lektüre erst beginnt. Der Lohn am Ende ist ein selbstbestimmtes Leben, in dem jeder einzelne die Entscheidungsgewalt über sich selbst zurückerhält. Danke für dieses Buch, Frau Thieme!

 


Goldtime schreibt:

 

"Trau keinem, der dein Bestes will!" - schon der Titel beschreibt sehr anschaulich den beklemmenden Inhalt: nicht jede "gute Tat" ist auch wirklich wohlgemeint, nicht jede "gute" Beziehung ist für beide Seiten wirklich positiv.

 

In einfacher, emotional ansprechender Sprache werden erpresserische Beziehungsmuster beschrieben. Ihnen allen ist gemeinsam, dass der "emotionale Erpresser" sich im Recht glaubt und entsprechend Macht ausübt - bewusst oder unbewusst. Das "Opfer" fühlt sich schuldig, minderwertig oder im Unrecht - und gibt nach. Dadurch verfestig sich das ungesunde Muster immer mehr. Die Folgen: der Täter gewinnt immer mehr Macht über das Opfer, das Opfer verliert immer mehr an Selbstwertgefühl und kann dadurch sogar psychisch erkranken.

 

Fast immer stecken überhöhte Erwartungen in der Erziehung dahinter: ehrgeizige Eltern stecken zu hohe Ziele und strafen das unzulängliche Kind mit Mißachtung. Gewalttätige Eltern schüchtern das Kind durch Willkür und Brutalität ein. Bedürftige Eltern binden das Kind durch ständige Vorwürfe an sich.

Später gerät das Kind als Erwachsene/r dann immer wieder in ähnliche Muster, da es nie gelernt hat, sich daraus zu befreien - und es unbewusst einem anderen passenden Täter-Typen leicht macht, "anzudocken".

 

Die couragierte und einfühlsame Psychologin und Pädagogin Dörte Thieme ist überzeugt: das Aufdecken und Durchschauen solcher belastenden, unterbewussten Verstrickungen führt bereits zu einer Loslösung, auch wenn die therapeutische Arbeit daran oft weh tut. Aber durch diesen Schmerz kann man durchgehen - und ist hinterher wie befreit. Der Täter kann einen dann nicht mehr so einfach unter Druck setzen, weil man das Muster durchschaut und sein eigenes Verhalten ändern kann. Die positiven Folgen: mehr Selbstvertrauen und Selbstbestimmung!

 

Neben interessanten Fakten aus dem Bereich Psychologie und Pädagogik konnte ich in diesem Buch sehr viele Denkanstösse finden. In einigen Fallbeispielen konnte ich mich und andere wiedererkennen. Den Grundtenor des Buches fand ich dabei sehr unterstützend und entlastend.

 

Das Buch gibt auch Denkanstösse für die Erziehung der eigenen Kinder, denn schnell rutscht man selbst in die Täter-Rolle hinein, wenn man nicht aufpasst - denn die Kinder sind den Eltern emotional ausgeliefert. Mir hat sehr gut gefallen, dass der Schwerpunkt immer wieder auf die Kinder gelegt wurde, und wie wir mit ihnen umgehen, bzw. wie mit uns als Kindern umgegangen wurde.

 

Fazit: ein interessantes und berührendes Buch für alle, die genauer auf belastende Beziehungsmuster achten möchten und sich davon befreien wollen - und auch ihre eigenen Kinder vor einer Opferrolle bewahren möchten. 5 von 5 Sternen!

 

 


Andreas Kaminski schreibt:

 

Ich stelle mein (vorläufiges) Fazit gleich an den Anfang: Wir Männer sind unterm Strich die armen Teufel!

 

In unseren Beziehungen sind wir offenbar die idealen Opfer, weil wir der weiblichen Raffinesse, die zur emotionalen Erpressung gehört, nicht gewachsen sind. Es sei denn, wir beherrschen das grobe Handwerk des "Rächers" oder die gestörte Durchtriebenheit des "Eroberers". Ich verfüge weder über das eine noch über das andere. Was also bleibt so einem armen Teufel wie mir? So dachte ich zunächst. Allerdings hatte ich - wohl aus Ungeduld - das Buch in der Mitte angefangen zu lesen. Das war ein Fehler. Ich nahm mir das Buch noch einmal vor und jetzt sieht die Sache schon ganz anders aus. Auch wir Männer haben eine echte Chance, uns gegen emotionale Erpressung zur Wehr zu setzen. Wenn wir sie nur erst einmal erkannt haben. Vor allem müssen wir unser eigenes Rollenverhalten und seinen Ursprung verstehen. Hört sich gewiss einfacher an als es ist. Aber mit dem Buch von Dörte Thieme habe ich jetzt die Chance, zukünftig mich selbst, das Verhalten anderer (auch das meiner Partnerin) zu durchschauen und mit einem neuen Selbstverständnis standzuhalten!

 

Dieses Buch empfehle ich besonders all den Männern, die sich im Moment noch hilflos als arme Teufel betrachten. Jungs, es kann sich einiges ändern, versprochen! Für diese wertvolle Erfahrung vergebe ich fünf Sterne.


Jungherz schreibt:

 

"Trau keinem, der dein Bestes will" ist ein psychologisches Sachbuch, aber sehr lebendig geschrieben und so voller Beispiele und fachlicher Erklärungen dazu, dass es nicht nur interessant zu lesen, sondern auch für jeden Laien verständlich und einleuchtend ist. Sicher wird jemand, der emotional erpresst wird, anhand des Buches noch nicht imstande sein, allein aus diesem Negativzustand herauszufinden, da wird es in den meisten Fällen professioneller Hilfe bedürfen, aber ihm werden schon mal - so wie jedem interessierten Leser - einige Lichter aufgehen.

Man spürt schnell bei der Lektüre des Buches, dass hier jemand spricht, der viel Wissen und ebenso viel Erfahrung mitbringt. Zugleich geht einem auf, was man bei der Kindererziehung alles falsch machen kann, vor allem dann, wenn man selber als Kind negative Erfahrungen machen musste. Wenn man den Inhalt des Buches sehr bewusst aufnimmt, erkennt man auch emotionale Erpressungen im eigenen Umfeld...

Für angehende Eltern, für Personen, die mit Menschen arbeiten, egal, in welchem Beruf, und für alle, die sich für die Hintergründe des menschlichen Verhaltens interessieren, ist dieses Buch ein Muss. Ich kann es aus vollem Herzen empfehlen.

 


K.Diermann schreibt:

 

Das Buch ist klasse. Ich bin begeistert! Ich habe nicht nur mich selbst sondern auch meine Familie in dem Buch wiedererkannt. Ich finde, durch das Buch reflektiert man sich selbst und denkt über sich nach. Gerade, wenn man wie ich Kinder hat, sollte es einem wichtig sein, wie die Kommunikation zwischenmenschlich abläuft. Früher, wie auch heute sagte und sage ich mir "Ich will das und das anders machen als meine Eltern".

Aber manchmal ist "das Beste" was man für sein Kind will, nicht das Beste für das Kind, sondern höchstens für einen selbst.

Frau Thieme beschreibt die Kinder von Elterntypen und die Erpresser-Typen, die es gibt. Anhand von einfachen und realen Fallbeispielen, kann man hinter die Fassade schauen. Tipps und Anregungen, wie man als Opfer des emotionalen Erpressers reagiert um aus dem Teufelskreis auszubrechen, fand ich sehr gut. Das Buch bekommt von mir 5 Sterne, weil ich es wirklich sehr gut finde.


Gabriel schreibt:

 

Ein sehr gutes Sachbuch, das jeder verstehen kann.

Die Autorin hat Beispiele geschildert, in der sich jeder wiederfindet! Auch die Gliederung und der Schreibstil, lassen auf reichlich Praxiserfahrung schließen.

Sehr gutes Buch, das eine Rezension verdient!

Daher vergebe ich 5 Sterne!


Gretenbergerin schreibt:

 

Dieses Buch ist ausgesprochen hilfreich und lehrreich. Es beschreibt die Problematik der emotionalen Erpressung ausgesprochen gut. Viele meiner eigenen Probleme konnte ich erst nach dem Lesen dieses Buches verstehen. Empfehlenswert!


Renate Persuhn schreibt:

 

Der Inhalt des Buches "Trau keinem, der dein Bestes will!" zeichnet sich durch eine klare verständliche Sprache aus, die dem Leser den Zugang erleichtert. Die Schilderung diverser eindringlicher Fallbeispiele ermöglicht es wohl jedem Interessierten, sich an mancher Stelle darin wiederzufinden und den Zusammenhang zu seinem seelischen Befinden herzustellen. Das Buch ist ein Wegweiser, den eigentlichen Ursprung der eigenen Ängste und Nöte in der Kindheit zu finden. Es zeigt den Weg zum eigenen Ich und zur eigenen Wahrheit, zu der auch die schmerzhaften Erfahrungen gehören. Selbstzweifel und Schuldgefühle werden plötzlich als alte, längst bekannte Gefühle "wiedererkannt" und verlieren damit ihre Macht. Mir persönlich hat das Buch den Weg zu einem freien, selbstbestimmten Leben geebnet, in dem ich angefangen habe, mein jetziges Leben mit meinen frühkindlichen Erlebnissen in Verbindung zu bringen. Inzwischen sehe ich vieles klarer und bin gelassener mir selbst und anderen gegenüber.

Ich danke der Autorin Dörte Thieme für diese ganz persönliche Lebenshilfe.